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Wege aus der privaten Überschuldung


Überschuldete sehen oft keinen Ausweg aus ihrer finanziellen Misere und in der Folge resignieren sie. Es wird keine Post mehr geöffnet, auf Mahnungen nicht reagiert, die Schuldner sind verzweifelt und stecken den Kopf sozusagen in den Sand.
Falsch – es gibt immer einen Ausweg, man muss ihn nur suchen und dafür muss zuerst die Erkenntnis gewonnen werden, dass es zu schaffen ist, denn wo eine Wille ist, ist auch ein Weg.

Am Anfang steht die Bestandsaufnahme. Alle Rechnungen, Mahnungen oder Zahlungserinnerungen müssen geordnet werden und die nicht geöffnete Post ist zu öffnen und zu sortieren. Wird nach diesem ersten Schritt festgestellt, dass kein genauer Überblick über die Höhe der Schulden besteht, kann der Gläubiger angerufen werden, dieser wird gern Auskunft geben, wenn signalisiert wird, dass der Schuldner beginnen will, seine säumigen Zahlungen auszugleichen und dabei ist einen Rückzahlungsvorschlag zu erarbeiten.

Die Außenstände müssen dann addiert werden, um den Schuldenberg betragsmäßig zu kennen. Dann sind Prioritäten zu setzen. Nach den Zahlungen für Miete, Strom und den Beträgen für die Lebenshaltung bleibt ein Betrag X, der zur Tilgung verwendet werden kann. Priorität haben die Schulden, die am längsten bestehen und die betragsmäßig am gewaltigsten sind.

Ist der zur Verfügung stehende Betrag zu klein, geht es daran bei den Lebenshaltungskosten zu sparen, hier gibt es insbesondere bei den Lebensmitteln und bei Bekleidung große Einsparpotenziale. Am besten ist ein Haushaltsbuch anzulegen, in das akribisch alle Einnahmen und Ausgaben notiert werden. Weitere Sparpotenziale liegen in unnötigen Zeitungsabos und bei den bestehenden Versicherungsverträgen, hier kann gekündigt werden, das setzt in Zukunft Finanzen frei, die zur Schuldentilgung verwendet werden können. Reicht das zur Verfügung stehende Geld immer noch nicht aus, muss nach einer Zuverdienstmöglichkeit über einen Nebenjob gesucht werden. Es geht alles, wenn man nur will.

 

Von allen freibleibenden Mitteln sollten etwa 90 Prozent für die Tilgung der Schulden verwendet werden. Dann ist erneut Kontakt mit den Gläubigern aufzunehmen und über den Abzahlungsvorschlag zu reden. Viele Gläubiger akzeptieren die Vorschläge, weil es oft die einzige Möglichkeit ist, dass sie überhaupt etwas von dem Geld wiedersehen.

Wer als Schuldner noch keine negative Schufa hat und in einem Arbeitsverhältnis steht, hat auch gute Chancen, wenn er eine Umschuldung anstrebt und versucht alle offenen Verbindlichkeiten in einem Darlehen zusammenzufassen. Es gibt eine Reihe von Banken, die direkt auf Umschuldungen spezialisiert sind.



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